Bradypodion thamnobates



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Vorgehen bis zur Haltebewilligung
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Checkliste zur Haltebewilligung
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Südafrikanisches Zwergchamäleon 

 

 

Terrarium und Einrichtung:

Ich halte meine Bradypodion das ganze Jahr über in luftigen selbst gebauten Aluminium-Gazeterrarien.

Als Bodengrund dienen Kokosfasern, Waldmoos, Sphagnum- Moos oder anderen geeignete Substrate. Die Terrarien werden dicht mit unterschiedlichsten Topfpflanzen bepflanzt, vornehmlich jene, die aufgrund ihrer Struktur gerne von den Chamäleons beklettert werden (viele dünne Äste, wie z.B. Ginster oder stabile Gräser), aber auch solche, die Versteckmöglichkeiten und Sichtschutz bieten (z.B. Farne, Erica, Zwergbambus) Im Handel gekaufte Pflanzen müssen gespült werden um Rückstände von Pestiziden zu entfernen. Optimalerweise fragt man in einer Gärtnerei nach. Da bekommt man häufig unbehandelte Pflanzen, welche meistens noch viel robuster sind. Die Einrichtung wird mit zusätzlichen Kletterästen und z.B. einem Stück Rinde ergänzt. Je mehr Kletter Möglichkeiten für die Chamäleons entsteht, desto besser.  Für die Prodipodion und anderen Chamäleon Arten würde die Haltung in den handelsüblichen Glas, Kunststoff oder Holzbecken nach unseren Erfahrungen über kurz oder lang zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die entsprechende Belüftung spielt also eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Haltung der allermeisten Chamäleon Arten. Ich halte mein Paar gemeinsam in einem Terrarium, welche genug dicht bepflanzt ist, so dass sie sich einander aus dem weg gehen können. Für Jungtiere reichen kleinere Terrarien, welche allerdings in Beleuchtung und Klima die selben anforderungen erfüllen müssen. Zu groß bemessene Terrarien sind für die kontrollierte Haltung wenig sinnvoll, da die entsprechende Futterdichte nur schlecht erzielt werden kann und man eventuell Probleme hat die Chamäleons zur Routine- Kontrolle in der entsprechenden Bepflanzung ausfindig zu machen.

 

Fütterung und Wasserversorgung:

Wichtig ist in der Versorgung der Zwergchamäleons den Erfahrungen nach eine abwechslungsreiche Ernährung. 

Regelmäßig werden gerne Drosophilas gefressen. Als Hauptfutter bieten ich unseren Tieren Heimchen an, wobei darauf zu achten ist, daß die Futtertiere nicht zu groß sind, sonst werden sie von den Chamäleons nicht gefressen und könnten evtl. Schaden im Terrarium oder sogar an den Chamäleons selbst anrichten. In der entsprechenden Jahreszeit verfüttern wir zusätzlich Wiesenplankton. Alle anderen gebräuchlichen Futtertiersorten können die Ernährung weiter ergänzen, z.B. Fliegen, Erbsenläuse oder auch kleinste Schaben. Alle Futtertiere werden mit den gebräuchlichen Vitamin- und Nährstoffpräparaten für Chamäleons angereichert. Wie viel gefüttert wird ist sehr unterschiedlich, je nach Jahreszeit und Temperatur täglich bis 3-tägig ca. 5 kleine Heimchen pro Tier + eine entsprechende Menge Drosophilas. Damit die Heimchen nicht sofort im Dickicht verschwinden können sie an die seitliche Gaze des Terrariums verbracht werden, wo sie meist nach oben in die Reichweite der Chamäleons flüchten. Bei der Freilandhaltung verirrt sich oft auch etwas Wiesenplankton ins Terrarium, welches dann gern gefressen wird. 

Die Wasserversorgung und Luftfeuchtigkeit regeln wir durch sprühen, wobei die Chamäleons, sowie auch die komplette Terrarieneinrichtung direkt angesprüht werden. Dies machen wir während der kühleren Raumhaltung etwa 1x pro Tag. Während der Freilandhaltung unter hohen Temperaturen muss evtl. öfter gesprüht werden (siehe Freilandhaltung).

Während der Zimmerhaltung wird das Klima mit einem Terrariencomputer geregelt. Dabei wirdie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Beleuchtung auf optimalen Werten gehalten. 

 

Winterhaltung:

Während der Winterzeit, wird mein Terrarium mit entsprechender Beleuchtung ausgestattet und in unbeheizten, luftigen Esterich (keinesfalls mit starkem Durchzug), gestellt. Es gilt die Regel: Eher luftiger und kühler als stickiger und wärmer. Die Temperatur kann in der Nacht ruhig auf ca. 5°C bis 10°C fallen. Es reichen aber auch schon 10°C bis 15°C aus um den Zwergen eine ausreichende Nachtabsenkung für die Tiere zu bieten. An Tagestemperaturen herrschen direkt unter der Beleuchtung etwa 25-35°C, im kühlsten Teil des Terrariums etwa 12-18°C. So können die Chamäleons sich auf ihre bevorzugte Temperatur  aufheizen, sich aber auch wieder in kühlere Bereiche zurückziehen. Ich konnten bei meinen Bradypodien nie Probleme aufgrund zu niedriger Nachttemperaturen feststellen, im Gegenteil, die großen Temperaturschwankungen scheinen für des Wohlbefinden dieser Chamäleons äusserst wichtig zu sein. Wohl aber können gesundheitliche Probleme auftreten, wenn die Terrarien in einem Raum mit zu hoher Grundtemperatur und zu stickiger Raumluft gehalten werden, wie es in beheizten Zimmern o.ä. der Fall sein kann.

Die richtige Beleuchtung der Terrarien ist immer wieder ein großes Thema, dem sich die Lampenhersteller inzwischen voll angenommen haben und neben HQI und HQL alle möglichen Arten von Glühlampen, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen mit unterschiedlichen UV-Anteilen anbieten.

Ich verwende für die Wärme und UV-Beleuchtung eine hochwertige 50W Metalldampflampe, welche auf die UV-A und UV-B Strahlung gemessen werden. Zudem wird eine Messung für UV-C durchgeführt um sicherzustellen dass sie keine Strahlung abgibt. 

In der kältesten Zeit des Jahres, etwa Dezember bis Februar reduzieren wir die Beleuchtungsdauer von ca. 12 Stunden auf etwa 10- 8 Stunden täglich, um den Tieren eine deutliche Jahreszeiten- Simulation und dadurch eine Art "Winterruhe" zu bieten. In dieser Zeit sind die Chamäleons logischerweise am inaktivsten und fressen nur wenig.

 

Aussenhaltung:

Meine Bradypodien werden im Frühling, sobald die ersten länger anhaltenden warmen Wetterperioden herrschen, bei Tagestemperaturen von etwa 15-20°C und wenn keine Nachtfröste mehr drohen, mitsamt dem komplett eingerichteten Terrarium aus der Winterraumhaltung an eine geeignete Stelle im Freiland verbracht. Dies kann schon mal im März - April passieren, mit der Option während der frostgefährlichen Zeit bis Mitte Mai auch wieder bei entsprechendem Temperaturabfall einzuräumen! Kurz bis mittelfristige Einbrüche der Tagestemperaturen auf 5-15°C schaden den Tieren dabei nach meinen Beobachtungen nicht. Keinesfalls sollte man aber ständig aus- und einräumen, sondern nur wenn Fröste und langanhaltende kalte Wetterperioden drohen.

Meine Tiere stehen nach Möglichkeit im Halbschatten, an Wänden oder Abtrennungen welche sich nicht stark aufheizen können. Die Terrarien werden im Freiland nicht zusätzlich beleuchtet oder beheizt. Gesprüht wird temperaturabhängig, mindestens 1x am Tag, bei hochsommerlichen Temperaturen von 30°C und mehr auch schon 2, 3 oder 4 mal täglich, und dann natürlich immer soviel, daß der Bodengrund und die Pflanzgefäße nie austrocknen. So entsteht in den Terrarien durch dichte Bepflanzung und zusätzliche Verdunstungseffekte das entsprechende Mikroklima und die Chamäleons können sich jederzeit in feuchtere, kühlere Bereiche zurückziehen. 

Während der Sommerzeit findet die höchste Aktivität statt und die Chamäleons sind entsprechend futtergierig.

 

Vermehrung:

Bei mir schreiten unter diesen Bedingungen gehaltene Bradypodionpaare selbständig zur Fortpflanzung. Den richtigen Paarungszeitpunkt überlassen ich also den Tieren selbst. Dieser ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Es gibt Paarungen / Geburten im Sommer wie auch im Winter. Die Paarung läuft chamäleontypisch ab und beginnt mit der Balz des Männchens, welches duch heftiges Kopfnicken und ruckartige Forwärtsbewegungen seine Absichten signalisiert. Ist das Weibchen paarungsbereit steigt das Männchen auf und es kommt zur Kopulation. Diese kann etwa 5-30 Minuten dauern. Sind die Weibchen verpaart verhalten sie sich gegenüber den evtl. immer noch in Balzstimmung befindlichen Männchen mit Abwehrverhalten und drohen mit weit aufgerissenem Maul unter wackelnden Bewegungen. In dieser Phase ist es wichtig die Tiere genau zu beobachten und ggf. zu trennen um Beißereien zu vermeiden. Die Dauer der Trächtigkeit ist unterschiedlich, da viele Faktoren wie Temperaturen, Futter und Wasserversorgung eine Rolle spielen, und kann sich von 3 bis zu etwa 6 Monaten hinziehen. Zum Ende der Trächtigkeit hin werden die Weibchen schwer und teilweise extrem voluminös. Steht die Geburt unmittelbar bevor, fangen sie an im Terrarium umherzulaufen. Daraufhin werden die galertartigen Eihüllen mit den voll entwickelten, lebenden Jungtieren an Pflanzen und Baumrinden abgestreift. Die Babys durchstossen die Eihüllen und fangen sofort an umherzulaufen um sich von deren Resten zu befreien. Ein faszinierendes und beeindruckendes Schauspiel! 

Über das Jahr kommt es normalerweise zu etwa 2 Würfen bei einem Weibchen. Die Wurfgröße schwankt und kann zwischen 6 bis über 20 Jungtieren, wobei junge Weibchen eine eher geringere Anzahl an Jungen gebären. Die Größe der frischgeborenen Jungtiere kann von Wurf zu Wurf variieren. Schon bald nach dem Absetzten der Jungtiere konnten wir erneute Paarungen beobachten. Dies kann bereits 2 Wochen nach Absetzen der Babys erfolgen. Teilweise haben wir Paare nach der Geburt getrennt, um den Weibchen eine längere Ruhepause zu gönnen.  

Die Babys kann man sofort, wie bei anderen Chamäleonarten an der Form der Schwanzwurzel unterscheiden. Männchen haben eine verdickte Schwanzwurzel. Es bedarf allerdings einiger Erfahrung zur Bestimmung von so kleinen Tieren.

 

Aufzucht der Jungtiere:

Die Jungtiere werden von mir in ein eigenes Terrarium gebracht, wobei darauf zu achten ist, dass genügend kleinste Kletteräste vorhanden sind welche die Jungtiere mit ihren kleinen Greifbeinchen geschickt umfassen können. Anfangs mit Drosophila und später dann auch mit Microheimchen Fütterung  wachsen so die Jungtiere heran, welche ich ansonsten unter denselben Bedingungen halten wie die Elterntiere. Wichtig ist darauf zu achten, dass keine zu großen Futtertiere angeboten werden. Die Jungen können bereits nach 6 Monaten geschlechtsreif sein, wachsen also sehr schnell heran. 

 

Haltebewilligung

Auch die Zwergchamäleon sind Haltebewilligungspflichtig.

Dazu benötigt man den Sachkundenachweis und ein Gutachten für das Terrarium. 

Für weitere Fragen über den Ablauf für die Haltebewilligung, den Terrarienbau, oder die Haltung können Sie mich gerne anschreiben.

 

 


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